Phaistos war einer der großen Paläste des minoischen Kreta, jener hochentwickelten Bronzezeitkultur, die vor mehr als dreieinhalbtausend Jahren auf der Insel blühte. Auf einem langen Höhenrücken über der fruchtbaren Messara-Ebene im südlichen Zentralkreta gelegen, mit dem Gipfel des Ida-Gebirges – Psiloritis, dem höchsten Berg der Insel –, der sich im Norden erhebt, war Phaistos nach Knossos der zweitgrößte der minoischen Paläste und das Machtzentrum für ganz Südkreta. Weltberühmt ist der Ort als Fundstätte der Phaistos-Scheibe, jener Tonscheibe mit einem spiralförmigen Band unentzifferter Bildzeichen, die bis heute eines der verlockendsten Rätsel der Archäologie bleibt.
Was Sie heute durchschreiten, ist der ausgegrabene Palastkomplex, der in minoischer Manier um einen großen zentralen Hof angelegt ist. Das berühmteste Element ist die monumentale Prunktreppe, die vom Westhof aufsteigt – eines der schönsten erhaltenen Stücke minoischer Architektur. Von dort überqueren Sie den weitläufigen gepflasterten Zentralhof, erkunden die königlichen Gemächer auf der Nordseite und blicken in die Vorratskammern, wo einst Reihen riesiger Tonkrüge, der Pithoi, das Öl, Getreide und den Wein des Palastes bargen. Um den Westhof zieht sich ein theatraler Bereich mit breiten Stufen, der vermutlich Zeremonien und Versammlungen diente. Der Palast hatte zwei große Bauphasen: den Alten Palast, errichtet um 1900 v. Chr. und um 1700 v. Chr. durch ein Erdbeben zerstört, sowie den Neuen Palast, der prächtig über den Ruinen erbaut wurde, sodass man an manchen Stellen beide Städte im Stein lesen kann.
Phaistos liegt etwa 62 Kilometer südwestlich von Heraklion – ein entspannter Tagesausflug, der sich natürlich mit dem Palast von Knossos nahe der Stadt und dem Archäologischen Museum von Heraklion verbinden lässt, wo die Phaistos-Scheibe selbst ausgestellt ist – sie befindet sich im Museum, nicht am Fundort. Anders als das stark rekonstruierte Knossos wurde Phaistos weitgehend so belassen, wie es ausgegraben wurde, sodass die Ruinen authentisch und unüberlaufen wirken, und die Lage über der Messara-Ebene gehört zu den schönsten auf Kreta. Der Höhenrücken ist offen und der Sonne ausgesetzt, daher sind die Stundenfenster am frühen Morgen oder späten Nachmittag weitaus angenehmer als die Mittagszeit. Da der Eintritt stundenweise terminiert ist, übernehmen wir die Ticketbuchung in Ihrer Sprache und reservieren das gewünschte Zeitfenster für Sie, damit Sie Ihre Energie dem Palast und seiner Aussicht widmen können – statt der Warteschlange.